WEHEARTMUSIKMESSE


5.50 Uhr, der Wecker klingelt, ich verfluche erst mal mein Leben, dass es mich so früh aufstehen lässt. Aber egal. Heute geht’s ja nicht in die Uni, oder zur Arbeit. Heute geht’s zur Musikmesse nach Frankfurt, dem Spielzeugparadies für Musiker. Ich springe noch schnell unter die Dusche, steige ohne zu frühstücken in mein Auto und fahre noch drei Freunde, Kevin, Domi und Benni, abholen. Bei Kevin gibt’s freundlicherweise noch nen Kaffee und ein Brötchen mit viel zu viel Nutella, dann fahren wir von Stuttgart aus Richtung Frankfurt. Optimistisch wie wir sind, hatten wir beschlossen, dass wir kein Navi brauchen und die Messe schon so finden werden. Die andern drei waren ja schon mal dort. Für mich war es das erste Mal. Erste Ausfahrt Frankfurt: „Fährste mal weiter, da kommt dann schon ne Ausfahrt mit Messe.“, gefühlte zehn Ausfahrten später, ich: „Jungs, mir gehen langsam die Ausfahrten aus.“ Ihr ahnt es: Wir haben uns verfahren, sind in irgendeinem kleineren Kaff hinter Frankfurt mal rausgefahren und schalten nun doch das Navi ein, welches uns zunächst mal zurück und dann durch die Frankfurter Innenstadt lotst. Das Wetter war grandios und für mich als altes Dorfkind war es wirklich eine überwältigende Fahrt durch Frankfurt, mit seinen riesigen, hohen Gebäuden, dem Main und allem was so dazugehört. Nachdem ich dann sämtliche Routentipps, insbesondere von der Rückbank, ignorierte, schaffen wir es dann irgendwie das Messeparkhaus zu finden. Wir lassen das Auto dort stehen und machen uns auf den Weg. 

Es ist Freitag, also noch Fachbesuchertag, aber wir bemerken schon ziemlich fix, dass sich hier so die ein oder anderen Nichtfachbesucher unters Messevolk geschmuggelt haben (wir NATÜRLICH nicht!). Nach dem Einlass verlaufen wir uns erst mal auf der „Prolight&Sound“, die einem gleich ganz stark den Kopf verdreht. Aber ernsthaft: unglaublich faszinierendes Zeug, was mittlerweile durch Lichttechnik alles machbar ist. Unser eigentliches erstes Ziel jedoch ist Halle 4 – Gitarren. Hier macht uns Benny zunächst mit seinem ausgeklügelten System, welches ich erst drei Hallen später verstanden habe, bekannt. Wir bekamen auf jeden Fall eine Menge zu sehen.


Nachdem wir uns an den kleineren Ständen kurz aufhalten um die Ausstellungsobjekte zu bestaunen, (mir haben’s vor allem fretless Akustik-Bässe angetan) kommen wir dem „Gibson“-Stand immer näher. Hier sind um kleine Tischchen, auf denen Gitarren zum Anspielen stehen, Hocker zum Hinsetzen aufgebaut. Ja, hier konnten wir uns nicht mehr so schnell losreißen. Die Test-Gitarren sind mit Kopfhörern und „VOX AC30“ Kopfhörerverstärkern ausgestattet, die wirklich großartig klingen und jetzt schon auf meiner „Unbedingt-demnächst-anschaffen-Liste“ stehen. Ich entscheide mich zunächst für eine „Les Paul Junior“, die’s mir aufgrund ihres schlichten Designs schon länger angetan hat und die Gitarre hält wirklich was sie verspricht. Ein einziger „P-90 Single-Coil“, der trotz allem einen fetten Sound zaubert und eine sehr angenehme Bespielbarkeit. großartig. Wir spielen uns eine Weile durch die Auswahl, während wir das Bühnenprogramm so ziemlich außer Acht lassen (ich glaube „Gibson“-Mitarbeiter führen Gitarrenmodelle vor). 


Als wir den „Gibson“-Stand gerade verlassen wollen, (nicht ohne sämtlichen Plektren-Bestand mitgehen zu lassen) fällt uns noch ein kleiner „Playstation 3“-Stand ins Auge,  wo gerade das Videogame „Rocksmith“ vorgestellt wird. „Rocksmith“ ist, im Gegensatz zu - zum Beispiel - „Guitar Hero“, mit jeder Gitarre spielbar die Zuhause rumsteht und bringt einem nach und nach bei, einen Song zu spielen. Es ist zudem noch mit zahlreichen Minigames gespickt. Wir befanden es, als für Musiker zumindest interessanter als „Guitar Hero“. Aber ob wirklich was damit anzufangen ist muss wohl jeder für sich entscheiden ( für Interessierte: hier wird das Gameplay nochmals näher erklärt: http://www.youtube.com/watch?v=q2x5APUBfFQ ). Das Spiel gibt es bisher noch nicht zu kaufen, kommt aber - laut „Ubisoft“ - am 13.September 2012 in die Läden. Nach „Gibson“ schauen wir noch schnell bei „Warwick“ vorbei, hier gibt’s leider nichts zum Anspielen, dafür immerhin ne Gratis-DVD und Poster. Vom rein optischen her hat mich hier die „Framus Earl-Slick-Signature“ fasziniert. Weiter geht’s, noch an mehreren kleineren Ständen vorbei zur „Vintage-Show“, die wohl bei jedem das Herz höher schlagen lässt. Les Pauls und Telecaster aus den 50ern, Stratocaster aus den 60ern, mittendrin Matthias Jabs (Scorpions-Gitarrist), dem wohl ein nicht unwesentlicher Anteil der Vintage-Show selbst gehört und der auch einen eigenen Gitarrenshop besitzt ( http://www.mjguitars.de/ ).

Auch die Drums-Abteilung der Vintage-Show kann sich sehen lassen, hier steht unter anderem das Genesis-Tour-Drumset aus der „We can’t dance Tour 1992“.

Unsere nächste Anlaufstelle ist ein Stock tiefer. Bevor wir allerdings die Halle verlassen können, fällt uns noch der „tc electronic/TC HELICON“- Stand ins Auge, der Effektgeräte für Gitarre, Bass und Gesang führt. Insbesondere die Gesangseffektgeräte machen, dass jeder Mensch der noch nie einen Ton singen konnte plötzlich trällern kann wie Mariah Carey zu ihrer besten Zeit. Mit einstellbaren Harmonien, Delay, Reverb und vielem mehr, gab es wohl noch nie eine bessere Zeit um eine Gesangskarriere zu starten. Für Menschen, die beispielsweise den Song „Hide and Seek“ von Imogen Heap mal gehört haben: das kommt dabei raus, wenn man das Teil richtig einsetzt. Wie auch immer, wir hatten jedenfalls mächtig Spaß mit den Dingern. Jetzt aber einen Stock tiefer. Hier grinst uns, nach kurzer Pinkelpause, gleich mal der „Fender“-Stand entgegen. Auch hier Tischchen aufgebaut mit Gitarren allerdings, im Gegensatz zu
„Gibson“, mit Barhockern und richtigen Amps oder Effektgeräten. Wir spielen uns auch hier eine Weile durch das Gitarren-Angebot. Zu den Strats und Teles brauche ich ja nicht viel zu sagen, großartige Gitarren, die immer noch zu meinen Lieblingen zählen, die Amps bzw. Effektgeräte dazu waren in Ordnung, während ich diese bei den Bass-Gitarren wirklich grausam fand. Wir gehen, strikt nach System, weiter durch die Halle, freuen uns hier und da an diesem und jenem. Domi, als einziger Hauptberuf-Bassist unter uns, tobt sich ne Weile bei „Sandberg“ aus, wir anderen konzentrieren uns hauptsächlich darauf so viele Goodies - insbesondere Plektren - wie möglich überall mitgehen zu lassen. Wir wandern noch eine Weile durch die Halle, kriegen fast noch ein „Gitarre&Bass“-Abo angedreht (Kevin hat zum Glück schon eines), bei „Schecter“ machen wir an einem Gewinnspiel mit und versprechen um fünf, bei der Verlosung wieder da zu sein, was nicht nur mit der Aussicht eine Gitarre zu gewinnen zu tun hatte, sondern auch damit, dass am „Shecter“-Stand die hübschesten Mädels waren, wir freuten uns an den Marshall-Amps und dem Marshall-Amp-Design-Kühlschrank, der „ESP“-Stand mit seiner riesigen Gitarrenwand sollte auch nicht unerwähnt bleiben, ebenso wenig wie „Orange“ und die vielen vielen anderen wunderbaren Stände, über die ich noch stundenlang hier schreiben könnte.

Mittlerweile ist es Mittag und der Hunger treibt uns raus aus den Hallen in Richtung einer der zahlreichen Essenstände, wo wir uns bei großartigem Wetter je eine Frankfurter Bratwurst und Pommes schmecken lassen. Nach dem „Mittagessen“ beschließen wir, uns mal schnell die „AGORA-Stage“ anzuschauen, latschen nichts ahnend in das Zelt und trauen erst mal unseren Augen und Ohren nicht: Bobby Kimball, ehemals Sänger von „Toto“, steht mit noch ein paar anderen Musikveteranen auf der Bühne und zieht Songs wie „Rosanna“ und „Hold the Line“ runter. Der großartige Sound und die Lichttechnik im Zelt tun ihr Übriges dazu, zehn Minuten Gänsehaut, dann ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Der Wahnsinn, ab hier wurde dieser schon sehr großartige Tag zu etwas noch großartigerem. 
Wir bewegen uns nun auf Halle 3 zu - Drums und Percussions. Auch hier laufen wir wieder die Halle ab, hauen ab und an auf Becken und Sets rum. Besonders gut, von den herkömmlichen Drumsets abgesehen, fanden wir die E-Drumsets mit Silikonpads, da sie ein relativ realistisches Gefühl vermitteln (ok zugegeben, habe ich mir von meinen Kollegen sagen lassen, ich habe leider nicht so viel Ahnung vom Trommeln). Wir treffen auf Nicko McBrain, den „Iron Maiden“-Drummer, der am „Premier“-Stand steht und Autogramme verteilt. Auch Gitarren gibt es in Halle 3. Domi geht das Herz auf, als er den „Hagstrom HB8“ in der Hand hat, aber auch ansonsten ist das Angebot von „Hagstrom“ nicht zu vernachlässigen. Wirklich gute Gitarren zu angemessenen Preisen. Rod Gonzales haben wir leider verpasst, der eigentlich am „Hagstrom“-Stand angekündigt war, aber auch so hatten wir hier eine wirklich gute Zeit. Ein weiteres Highlight ist der „PRS“-Stand, der wirklich außergewöhnliche Sonderanfertigungen im Programm hat. Zum Beispiel wurde die Skyline von Köln ins Griffbrett einer Gitarre eingraviert. Auch bei „MESA“ machen wir schnell halt und überlegen uns wie die Chancen stehen, einen „Dual Rectifier“ mitgehen zu lassen, ohne gesehen zu werden, verwerfen diesen Gedanken aber schnell wieder und gehen weiter zur „YAMAHA“-Halle. Hier toben wir uns zunächst an den Pianos aus und entdecken die „Festhalle“, wo „PRG“ eine Licht- und Sound-PA hingestellt hat, dass einem Hören und Sehen vergeht. In einer ca. 5-minütigen Show wird hier gezeigt was mit Licht- und Soundtechnik machbar ist. Mir jedenfalls hat’s gefallen!

Jetzt ist es aber dann doch auch schon 17 Uhr und wir gehen wieder zurück zum „Sheckter“-Stand, wo wir noch darauf hoffen die Gitarre zu gewinnen … naja ihr ahnt es schon, mit der Gitarre wurde es nichts, aber immerhin die Mädels nochmal gesehen.
Als wir dann gerade gehen wollen, meint Domi er wolle doch nochmal zum „Sandberg“-Stand, vielleicht sei ja jemand Bekanntes da. Uns braucht man ja nicht zweimal zu bitten. Also wieder zurück Richtung „Sandberg“. Und tatsächlich trafen wir dort die beiden Gitarristen von „Bring me the Horizon“: Jona Weinhofen und Lee Malia.
Kevin und ich quatschen Jona an, der sehr freundlich war und lassen noch schnell, wie echte Groupies das nun mal so tun, ein Bild machen. 



Vielleicht etwas schade, dass wir wirklich vieles trotz allem nicht gesehen haben, aber kurz vor 18 Uhr verlassen vier breit grinsende junge Männer das Messegelände im Wissen, dass es ein großartiger Tag war.
Musikmesse Frankfurt, es war sehr schön bei Dir! Nächstes Jahr komme ich alle vier Tage, versprochen.







PS: Es tut mir Leid, dass die Bilder qualitativ nicht so gut geworden sind. Sie wurden mit dem iPhone gemacht und zu dem Zeitpunkt war die Idee zu diesem Blog noch nicht geboren. 
Herzlichen Dank

Kommentare:

  1. Geiler Shice, den Ihr da macht. Ich werde ab sofort versuchen mich auf möglichst vielen euerer Fotos möglichst gut sichtbar in Szene zu setzen...dann werd' ich berühmt! Peace!

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